Diakonie Münster

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KInder-, Jugend- und Familiendienste – Inobhutnahme (JiOBI)

Manchmal geht gar nichts mehr. Situationen in Familien eskalieren, Jugendliche wissen nicht mehr weiter oder werden von der Polizei aufgegriffen. Dann ist schnelle Hilfe von Nöten: die Inobhutnahme.

Das Angebot, das wir im Auftrag der Stadt Münster machen, gilt für Jungen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren, die in Münster leben. Es gibt drei Wege in die Jugendinobhutnahme (JiOBI):

    • Jugendliche kommen selbst und bitten um Aufnahme
    • Das Jugendamt vermittelt die Jugendlichen
    • Die Polizei übergibt Jugendliche, die nicht in der Obhut der Eltern gelassen werden können

Schnelle Hilfe in der Not

Unsere Inobhutnahme (Jiobi) ist als Erste-Hilfe-Angebot gedacht. Zunächst versorgen wir den jungen Menschen, bieten Schutz und Sicherheit und klären die Gründe für die Notlage. Das Ziel dieser Maßnahme ist es, so schnell wie möglich, persönliche Hilfe zu leisten, damit ähnlich überfordernde und gefährliche Situationen in Zukunft vermieden werden.

Klären, wie es weitergehen kann

An die kurzfristige Unterbringung kann sich eine bis zu zweimonatige Phase der Abklärung anschließen, in welcher der Junge und seine Eltern mit Unterstützung des Jugendamtes und der Pädagogen des Jiobi herausfinden kann, wie es weitergehen kann. Durch gemeinsame Gespräche kann festgestellt werden, ob Missverständnisse und Konflikte geklärt werden können, ob Hilfe gebraucht wird oder eine Rückkehr in die Familie noch Zeit braucht. 

Die JiOBI ist rund um die Uhr erreichbar unter Tel: 0251.9614037.

Hier sind wir zu finden: Die Buslinie 6 in Richtung Bahnhof Hiltrup, Haltestelle Am Blaukreuzwäldchen. Dort sind die Kinder- und Jugendhäuser der Diakonie Münster ausgeschildert, in denen das Jiobi sich befindet.

Auch über das „Sleep-In" für Jungen (Tel: 0251.97429007 in der Friedrich-Ebert-Str. 133, im Südviertel, fußläufig vom HBF gelegen) kann eine Aufnahme vermittelt werden.

 

Inobhutnahme und Clearing für unbegleitete minderjährige Ausländer/Jungen mit Fluchtgeschichte (JiOBI, PzE)

Die Kinder-, Jugend- und Familiendienste nehmen seit 2009 als Inobhutnahmeeinrichtung für die Stadt Münster auch unbegleitete minderjährige Jungen ab 13 Jahren auf. Die aktuelle Lebenssituation der Jungen ist durch ihre Fluchtgeschichte und den damit verbundenen Erlebnissen geprägt:

  • der Trennung von der Familie und dem sozialen Umfeld

  • die Trennung vom eigenen kulturellen Zusammenhangs

  • die Notwendigkeit zur Flucht aufgrund stark belastender oder gefährdender Lebenssituationen

  • die Flucht und in vielen Fällen die Abhängigkeit von Fluchthelfern und Schlepperorganisationen.

Die Jugendlichen sind oft in einer emotional schlechten Verfassung und manchmal traumatisiert. Sie müssen vieles leisten: die Veränderung vom Kind zum Erwachsenen, die Trennung von der Familie, die „Loslösung“ von der Herkunftsgesellschaft und die Neuanpassung in der Aufnahmegesellschaft. 

Im Rahmen der vorläufigen Inobhutnahme/des Erstscreenings (gem. § 42a SGB VIII) und der nach der Zuweisung zu Münster folgenden Inobhutnahme (gem. § 42 SGB VIII) sind das JiOBI und die Perspektive zum Erlenbusch (PzE) mit insgesamt 8 Plätzen die ersten Anlaufstellen zur Erstversorgung und Bedarfsabklärung. Im nachfolgenden Clearingverfahren wird die Wohnperspektive des Jugendlichen geklärt. 

Vor dem Hintergrund dieser Lebenssituation bieten wir diesen Jugendlichen Sicherheit, Schutz, Versorgung und eine Perspektive für die Integration in unserer Gesellschaft.