Diakonie Münster

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Wohngruppen

Wir können und wollen die Familie nicht ersetzen, sondern ergänzen. Wir bieten Mädchen und Jungen einen Lebensraum in Gemeinschaft, der ihnen Schutz, Förderung, Halt, Entwicklung und ein Leben mit Perspektive bietet.

Die pädagogischen Schwerpunkte unserer sechs Wohngruppen liegen in der individuellen Beziehungsgestaltung, der Nutzung der sozialräumlichen Ressourcen, in der begleitenden Elternarbeit (gelingende Kontaktgestaltung, Konfliktklärung und Rückführungsberatung), der Stabilisierung und der aktiven Alltagsgestaltung aller Mädchen und Jungen sowie der Verselbständigung einzelner Jugendlicher.

Jede Wohngruppe lebt und handelt eigenverantwortlich. Die Mädchen und Jungen wohnen in Einzelzimmern oder Apartments, die sie nach ihren persönlichen Vorlieben und Wünschen gestalten und einrichten können. Jeder Wohngruppe steht WLAN zur Verfügung.

Die Einteilung in die Gruppen geschieht nach Alter, Entwicklungsstand und Geschlecht sowie nach gemeinsam vereinbarten Inhalten und Zielen des Hilfeplans. Alle Kinder und Jugendlichen sind über mehrere Gremien an Entscheidungen zur Hilfe, im Haus und in der Gruppe beteiligt.

Eine besondere pädagogische Begleitung kann über Zusatzleistungen erfolgen, die Problemlagen zielorientiert aufnimmt und bearbeitet und eine Integration in einen Gruppenkontext ermöglicht.

Soziale Nähe im Stadtteil

Unser Haupthaus „Am Blaukreuzwäldchen 31" befindet sich in Münster Süd/Ost im Stadtteil Angelmodde/ Gremmendorf. Das großzügig angelegte Gelände mit Sportplatz, Spielgeräten, Wald und freier Spielfläche lädt zum Spielen und Erkunden ein, weckt Abenteuerlust und spricht alle Sinne gleichermaßen an. Es ist ebenso wie unsere Gruppen in Hiltrup, Gremmendorf und Wolbeck im Stadtteil eingebunden und liegt in einer gewachsenen Nachbarschaft.

Alle Einrichtungen pflegen gute Kontakte zu Sportvereinen, Einrichtungen, Schulen im Stadtteil und den Nachbarstadtteilen. Eine sehr gute Busanbindung und Fahrräder sorgen außerdem für die nötige Mobilität in andere Stadtteile oder in die Innenstadt.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Damit Hilfe gelingen kann, ist uns die konstruktive und aktive Zusammenarbeit mit den Eltern ein wichtiges Anliegen. Soweit möglich und zielführend, fördern wir die Kontakte zur Herkunftsfamilie, damit das Mädchen/der Junge nach einer gewissen Zeit zurückkehren kann. Ist eine Rückkehr nicht möglich, entwickeln wir gemeinsam Alternativen bis hin zur Verselbstständigung und unterstützen die Beziehung zwischen den Eltern, Kindern und weiteren Familienmitgliedern zum Bespiel durch gegenseitige (regelmäßige) Besuche, Übernachtungen, Gespräche und Telefonate.  

Wohngruppen in den Stadtteilen

Wohngruppe Hiltrup

Unsere Wohngruppe bietet 7 Plätze für Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 18 Jahren. Pädagogische Schwerpunkte sind die Förderung und Unterstützung der Kinder und Jugendlichen in ihrer Selbst- und Alltagskompetenz sowie in ihrer schulischen Bildung. Über pädagogische Übungsfelder wird Selbstwirksamkeit und Selbstständigkeit erreicht.

Die Kinder und Jugendlichen sollen über den Halt gebenden Rahmen der Wohngruppe Normalität in ihrer Lebenssituation erfahren, um die eigenen Ressourcen für ihre Entwicklung nutzen zu können. Die Wohngruppe bietet den Mädchen und Jungen ein familiennahes, förderndes und Halt gebendes Aufwachsen in freundlicher und einladender Atmosphäre an, für einen bestimmten Zeitraum bis zur Rückkehr in die eigene Familie oder bis zur Verselbstständigung.

Unabhängig von einer Rückkehroption in das familiäre System liegt ein Schwerpunkt der Arbeit darin, die Beziehungen zu den Eltern, Geschwistern und Familienmitgliedern zu fördern und aufrecht zu erhalten.

Wohngruppe Silberbrink (Wolbeck)

Die Wohngruppe Silberbrink bietet 8 Plätze für Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren. Die Betreuung der Mädchen und Jungen richtet sich nach den jeweiligen Lebenslagen und Bedarfen und ist in ihren pädagogischen Angeboten auf den entsprechenden entwicklungspsychologischen Stand des jeweiligen Kindes konzipiert.

Die Gruppe bietet Orientierung durch klare Strukturen, Beziehungs- und Bindungsangebote, so dass die Mädchen und Jungen stabilisiert werden und Entwicklung möglich wird. Die Kinder und Jugendlichen erhalten Unterstützung in der Schule und bei den Hausaufgaben und werden aktiv bei der Entwicklung von Freizeitaktivitäten und Hobbies unterstützt. Erziehungs- und Wochenplanungen ermöglichen Sortierung und eine vielfältige Angebotsstruktur auf der Beziehungs- und auf der Freizeitebene. So können Kinder ihre Fortschritte wahrnehmen und integrieren. Die Freizeitgestaltung findet unter Einbeziehung der Ressourcen des Stadtteils statt (Sport, Pfadfinder, Feuerwehr).

Das wöchentlich stattfindende Gruppentreffen ermöglicht den konstruktiven und kritischen Austausch zu gruppenrelevanten Themen. Hier können Wünsche, Anliegen, Vorschläge zu Freizeiten und Unternehmungen, Aufgaben, Pflichten und Konflikte der Kinder und Jugendlichen miteinander besprochen und in Lösung gebracht werden. 

Wohngruppe Gremmendorf

Sieben Wohngruppenplätze und ein Apartment im Souterrain bietet die Wohngruppe Gremmendorf für Mädchen und Jungen ab 13 Jahren. Im Zusammenleben geht es zwischen allen Beteiligten stets darum, eine tragfähige Beziehung herzustellen und pädagogische Bezüge positiv zu gestalten. Beziehungsarbeit auf Augenhöhe bildet den Ausgangpunkt für gelingendes Zusammenleben mit anderen Kindern/Jugendlichen und den Anforderungen, die es zu schaffen gilt.

Ziele sind

    • die Kinder/Jugendlichen in ihren Selbst- und Alltagskompetenzen sowie in ihrer schulischen Bildung bei einer mittelfristigen oder längeren Verweildauer zu fördern und zu fordern,
    • eine Anbindung der Kinder/Jugendlichen über die Kontakte im Sozialraum zu erreichen (Sportvereine, Kirchengemeinden, freiwillige Feuerwehr usw.) und
    • das Erfahren von Selbstwirksamkeit über pädagogische Übungsfelder und der zunehmende Erwerb von Kompetenzen für die eigene Lebensgestaltung und zur Bewältigung von Anforderungen
    • Rückführungsprozesse in das Elternhaus zu gestalten und intensiv zu begleiten

Wohngruppe „Perspektive zum Erlenbusch“ (PzE)

Die Wohngruppe der „Perspektive zum Erlenbusch“ bietet 6 minderjährigen unbegleiteten Jungen ab 13 Jahren für eine bestimmte Zeit einen Lebensort. Die Wohngruppe befindet sich in der ersten Etage eines großzügigen Hauses im Stadtteil Gremmendorf/Angelmodde und stellt mit 4 Plätzen für Inobhutnahme/Clearing ein kombiniertes stationäres Angebot

Hier erhalten die Jugendlichen ein pädagogisches und kultursensibles Zuhause auf Zeit, lernen die deutsche Sprache und leben sich in die Regel- und Tagesabläufe ein. Die Jungen werden an die Schule angebunden, darüber hinaus können sie wie alle unsere Kinder und Jugendlichen mit Fluchtgeschichte zusätzlich durch ehrenamtliche Sprachmittler in Sprache und Schule gefördert werden. Kontakte zur Familie werden nach Möglichkeit aufrechterhalten, gleichermaßen werden die Jugendlichen bestmöglich integriert durch Bildung, Nachbarschaft, Freizeitangebote, Hobbies und Praktika. Zur täglichen Arbeit gehören die Beschäftigung und manchmal Auseinandersetzung mit den Gemeinsamkeiten wie auch Unterschieden zum Werte-, Kultur- und Rollenverständnis des jeweiligen Herkunftslandes und des jetzigen Lebensumfeldes. Dies erfordert Sensibilität, Geduld, das Ermöglichen von Lernprozessen bis hin Positionierung in Haltungsfragen. Die Klärung von persönlichen Krisen beinhaltet oftmals das Aufzeigen von möglichen Hilfen und Unterstützungsmaßnahmen.

Bildungs- und Qualifizierungsprozesse sind Schwerpunkte der Arbeit, um den Weg in die Selbstständigkeit zu ebnen. 

Wohngruppen im Haupthaus

JWG (Jugendwohngemeinschaft)

In der JWG leben 10 Mädchen und Jungen ab 14 Jahren. Die Pädagogen begleiten die Jugendlichen strukturierend, verbindlich, schützend und zukunftsorientiert bei ihren ersten Schritten in Richtung Selbstständigkeit. Mit Konflikt- und Aushaltefähigkeit sowie der Annahme, dass Rückschritte zum Weg von Jugendlichen in eine Perspektive gehören, werden die Mädchen und Jungen stetig in ihrer persönlichen Entwicklung als auch ihrer Leistungsbereitschaft und –fähigkeit gefördert.

Das Konzept der JWG berücksichtigt den unterschiedlichen Entwicklungsstand und die Bedürfnislage der Jungen und Mädchen durch die räumliche Trennung von Wohngruppe und Verselbstständigungsbereich auf zwei Etagen: Die Gruppe bietet 6 Wohngruppenplätze und vier (Trainings-)Apartments mit und ohne Selbstverpflegung.

Ziele sind

  • die Befähigung der Mädchen und Jungen zur Alltags- und Anforderungsbewältigung

  • das Erfahren von Selbstwirksamkeit über pädagogische Übungsfelder und der zunehmende Erwerb von Kompetenzen für die eigene Lebensgestaltung

  • das Erreichen eines schulischen Abschlusses

  • die Begleitung bei Ausbildungssuche und Bewerbungsverfahren sowie die Unterstützung beim Stellen von Anträgen und Umgang mit Ämtern und Behörden.

Wohngruppe Esperas

Die Wohngruppe Esperas bietet 10 unbegleiteten minderjährigen Ausländern ab 14 Jahren ein vorübergehendes neues Zuhause, in aller Regel nach einem vorherigen Clearing. 6 Plätze stehen für Jugendliche in der Wohngruppe und 4 Plätze für Jugendliche/ggf. junge Erwachsene im Verselbstständigungsbereich mit Möglichkeiten zur Selbstversorgung zur Verfügung.

Interne Vernetzung, Sprachkompetenzen und Fachwissen zu Asylverfahren und ausländerbehördlichen Fragestellungen bieten den Jungen in ihrer besonderen Lebenssituation eine pädagogische und kultursensible Betreuung. Schwerpunkte der Arbeit sind die Entwicklung von Tagesstrukturen und das Lernen von regelhaften Abläufen, das Erlernen und die Förderung der deutschen Sprachkenntnisse und die Anbindung an Schule sowie qualifizierende Maßnahmen. Auch erhalten die Jugendlichen auf dem Gelände wie auch im Sozial- oder städtischem Raum Angebote für Freizeitaktivitäten und Hobbies, oftmals mit sportlicher Ausprägung (Fußball, Kraftsport, Schwimmen). Zur Integration von Jugendlichen mit Fluchtgeschichte aus unterschiedlichen Ländern gehören die tägliche Stabilisierung der Jugendlichen, manchmal im Rahmen von Krisenintervention, und die grundsätzliche Annahme jedes Jugendlichen vor dem Hintergrund seiner Lebenserfahrungen. Kontakte zur Herkunftsfamilie werden nach Möglichkeit unterstützt (Telefon, Skype) ebenso wie die Vermittlung in Therapie oder andere Hilfeangebote.